Insulin zum Leben
Insulin ist lebensnotwendig, aber teuer.
70 % des weltweit hergestellten Insulins werden von 16 % der Weltbevölkerung verbraucht.
In diesem Satz steckt die ganze Problematik. In der Dritten Welt, man spricht auch von Schwellenländern, gibt es kein Insulin oder es ist zu teuer. Eine Ampulle Insulin kostet oft mehr als 50% eines durchschnittlichen Monatseinkommens. Das kann sich fast niemand leisten. Krankenversicherungen und Subventionen gibt es in der Regel nicht. Erkrankt in einer kinderreichen Familie ein Kind Diabetes, müssen es die Eltern oft sterben lassen, damit sie die anderen Kinder ernähren können. Und selbst, wenn ein Diabetiker eine Ampulle Insulin besitzt, versucht er damit auszukommen, so lange es geht. Er überlebt vielleicht, erleidet aber oft schwere Folgeschäden wie schmerzhafte Polyneuropathie, Amputationen und Erblindung.
In Australien sitzt das Herz des Projektes
Hier versucht "Insulin For Life"/Australien mit seinem Präsidenten Ron Raab, selbst seit seinem 6. Lebensjahr Diabetiker, seit 1984 zu helfen. Die Philosophie des Projektes: Helfen und Leben retten in den armen Länder mit dem, was in den Industriestaaten nicht mehr benötigt wird: Haltbares, ungeöffnetes Insulin, das der Patient aber nicht mehr braucht, weil er auf ein anderes umgestellt wurde, neuwertige Hilfsmittel, die entbehrlich sind, weil der Patient andere, für ihn besser geeignete gefunden hat.
Sorgfältig geprüft Kontakte – das beste Mittel gegen Schwarzhandel
Ron Raab begann, in Australien, Neuseeland, Japan etc. solches Insulin, Teststreifen, Spritzen und Pens zu sammeln und diese Dinge ausschließlich an Ärzte und Kliniken, nie an Regierungen, in Ländern in Not zu schicken. Alle Kontakte werden von Insulin For Life sorgfältig geprüft, damit die Spenden die Bedürftigsten erreichen und auf keinen Fall auf dem Schwarzmarkt landen.
"Insulin zum Leben" unterstützt Insulin For Life
Vor 10 Jahren wurde "Insulin zum Leben"/Deutschland gegründet. Dieses sammelt zum einen Geld für die Finanzierung des teuren Transports von Insulin und Hilfsmitteln von Australien, inzwischen aber auch von Deutschland, in die Dritte Welt per Luftpost. „Mit jedem erhaltenen Dollar können wir gespendete Lieferungen sammeln und versenden im Wert von 20 Dollar“, kalkuliert Ron Raab. Bei einem Besuch der Projektbeauftragten Heidrun Schmidt-Schmiedebach in Australien wurde offenbar, dass sich Deutschland zur tragenden finanziellen Stütze von "Insulin For Life" entwickelt hat. Und sie konnte sich versichern, wie verantwortungsvoll, effektiv und Leben rettend das Geld aus Deutschland eingesetzt wird. Mag mancher denken, dass das alles ein Tropfen auf den heißen Stein ist, dann kann man ihm nur entgegnen: die Menschen, die durch "Insulin For Life" und "Insulin zum Leben" weiterleben dürfen, und es sind viele und werden immer mehr, sind überaus dankbar und jedes gerettete Menschenleben ist es wert.
Insulin- und Hilfsmittelsammlung jetzt auch in Deutschland
Seit Mai 2003 sammelt "Insulin zum Leben" endlich in Deutschland auch Insulin und alle einwandfreien Hilfsmittel, die ein insulinpflichtiger Diabetiker braucht. Die Resonanz ist sehr erfreulich von allen, die von dieser Sammelaktion wissen. Noch wissen es zu wenige. Ziel ist es, alle Diabetikerschulungseinrichtungen zu informieren und Orte, wo Diabetiker auf ein anderes Insulin umgestellt werden. Deutschland schickt seine Hilfsmittel an von Australien geknüpfte und geprüfte Adressen, Ärzte in Bolivien, Kirgisien, Kongo, Ruanda, Tansania, Seychellen und vorübergehend auch nach Sri Lanka, Indien und Malediven, vom Tsunami schwer betroffene Länder. Sogar in USA war unsere "Erste Hilfe" gewünscht nach dem Hurrikan Katrina. Alle Hilfsmaßnahmen werden von Australien aus koordiniert.
Im Jahr 2004 konnten Insulin und Hilfsmittel im geschätzten Neuwert von sagenhaften 100.000 € von Rastatt aus verschickt werden.
So ist Deutschland das einzige Land, das Geld und Hilfsmittel sammelt. Dieses außergewöhnliche Engagement findet weltweit Anerkennung und Wertschätzung.